statistics

Hypothesentests Schritt für Schritt: von H0 zum p-Wert

Ein praktischer Leitfaden zu Hypothesentests — H0 und H1 definieren, den richtigen Test wählen, die Teststatistik berechnen und den p-Wert ohne Fehlinterpretation deuten.
AI-Math Editorial Team

By AI-Math Editorial Team

Published 2026-05-01

Der Hypothesentest ist das Arbeitspferd der statistischen Inferenz und wird überall eingesetzt, von klinischen Studien bis zu A/B-Tests auf Websites. Dennoch ist er auch das am meisten missverstandene Thema der Statistik. Dieser Leitfaden durchläuft die gesamte Abfolge einmal — klar —, damit du verstehst, was ein p-Wert wirklich bedeutet.

Die fünf Schritte

  1. Stelle H0H_0 und H1H_1 auf: die Nullhypothese (Status quo) und die Alternative (die Behauptung, die du stützen möchtest).
  2. Wähle ein Signifikanzniveau α\alpha: meist 0,05 oder 0,01.
  3. Berechne die Teststatistik aus deinen Daten (zz, tt, χ2\chi^2 usw.).
  4. Bestimme den p-Wert: die Wahrscheinlichkeit, derart extreme Daten zu sehen, falls H0H_0 wahr wäre.
  5. Entscheide: Wenn p<αp < \alpha, verwirf H0H_0; andernfalls kann H0H_0 nicht verworfen werden.

Hinweis: "nicht verwerfen" ≠ "H0H_0 akzeptieren". Du hast lediglich nicht genug Evidenz dagegen.

Einstichproben-z-Test (durchgerechnetes Beispiel)

Eine Fabrik behauptet, ihre Glühbirnen halten im Mittel 1000 Stunden (σ=50\sigma = 50). Du testest 25 Glühbirnen und misst xˉ=980\bar x = 980. Wird die Behauptung bei α=0.05\alpha = 0.05 widerlegt?

  1. H0:μ=1000H_0: \mu = 1000, H1:μ1000H_1: \mu \ne 1000.
  2. α=0.05\alpha = 0.05, zweiseitig.
  3. Teststatistik: z=xˉμ0σ/n=980100050/25=2010=2z = \frac{\bar x - \mu_0}{\sigma / \sqrt{n}} = \frac{980 - 1000}{50/\sqrt{25}} = \frac{-20}{10} = -2.
  4. p-Wert: 2P(Z<2)20.0228=0.04562 \cdot P(Z < -2) \approx 2 \cdot 0.0228 = 0.0456.
  5. Da 0.0456<0.050.0456 < 0.05, verwirf H0H_0. Die mittlere Lebensdauer unterscheidet sich signifikant von 1000 Stunden.

Den richtigen Test wählen

SituationTest
Ein Mittelwert, σ\sigma bekanntEinstichproben-z-Test
Ein Mittelwert, σ\sigma unbekannt, n kleinEinstichproben-t-Test
Zwei Mittelwerte, unabhängige StichprobenZweistichproben-t-Test
Zwei gepaarte Mittelwertegepaarter t-Test
Anteil(e)z-Test für Anteile
Anpassungsgüte / KontingenzChi-Quadrat

Fehler 1. Art vs. Fehler 2. Art

  • Fehler 1. Art: ein wahres H0H_0 verwerfen. Wahrscheinlichkeit = α\alpha.
  • Fehler 2. Art: ein falsches H0H_0 nicht verwerfen. Wahrscheinlichkeit = β\beta.
  • Trennschärfe = 1β1 - \beta: Wahrscheinlichkeit, einen realen Effekt korrekt zu erkennen.

Diese drei bewegen sich gemeinsam: Verkleinert man α\alpha bei festem Stichprobenumfang, steigt β\beta; vergrößert man den Stichprobenumfang, sinken beide.

Häufige Fehler

  • "p-Wert = Wahrscheinlichkeit, dass H0H_0 wahr ist" — falsch. Der p-Wert ist P(DatenH0)P(\text{Daten} \mid H_0), nicht P(H0Daten)P(H_0 \mid \text{Daten}).
  • Mehrfachvergleiche — 20 Tests bei α=0.05\alpha = 0.05 durchzuführen, garantiert im Mittel ≈1 falsch Positives. Verwende eine Korrektur.
  • Signifikanz mit Bedeutsamkeit verwechseln — ein winziger Effekt mit riesigem nn kann hochsignifikant und doch praktisch irrelevant sein.

Mit dem KI-Hypothesentest-Löser ausprobieren

Verwende den Hypothesentest-Löser, um deine Daten einzugeben und Teststatistik, p-Wert und Entscheidung zu erhalten.

Verwandte Verweise:

AI-Math Editorial Team

By AI-Math Editorial Team

Published 2026-05-01

A small team of engineers, mathematicians, and educators behind AI-Math, focused on making step-by-step math help accessible to every student.