calculus

Mittelwertsatz

Der Mittelwertsatz besagt, dass es für eine glatte Funktion auf [a,b] einen Punkt c gibt, an dem f′(c) gleich der mittleren Änderungsrate (f(b)−f(a))/(b−a) ist.

Der Mittelwertsatz (MWS) ist ein grundlegendes Resultat der Analysis. Ist ff auf [a,b][a, b] stetig und auf (a,b)(a, b) differenzierbar, so gibt es mindestens einen Punkt c(a,b)c \in (a, b), sodass

f(c)=f(b)f(a)ba.f'(c) = \frac{f(b) - f(a)}{b - a}.

Geometrisch: Die Tangente in cc ist parallel zur Sekante durch (a,f(a))(a, f(a)) und (b,f(b))(b, f(b)).

Anschauung (Fahranalogie): Legst du in 1 Stunde 60 Meilen zurück, beträgt deine Durchschnittsgeschwindigkeit 60 mph; der MWS garantiert, dass deine Momentangeschwindigkeit zu irgendeinem Zeitpunkt genau 60 mph betrug.

Der MWS ist der Motor hinter:

  • dem Monotoniekriterium (f>0    f' > 0 \implies wachsend).
  • dem Beweis des Hauptsatzes der Differential- und Integralrechnung.
  • Fehlerschranken in numerischen Verfahren (Satz von Taylor mit Restglied).
  • Eindeutigkeitssätzen für Differentialgleichungen.

Ein Spezialfall (f(a)=f(b)f(a) = f(b)) ist der Satz von Rolle: Es gibt ein cc mit f(c)=0f'(c) = 0.