calculus

Implizite Differentiation

Die implizite Differentiation bestimmt dy/dx, wenn y durch eine Gleichung (etwa x²+y²=25) implizit definiert ist, ohne y zuvor aufzulösen.

Die implizite Differentiation bestimmt dydx\frac{dy}{dx}, wenn yy durch eine Gleichung implizit definiert ist, ohne yy zuvor explizit aufzulösen. Sie ist besonders nützlich, wenn das Auflösen nach yy schwierig oder unmöglich ist.

Vorgehen: beide Seiten der Gleichung nach xx ableiten und dabei yy als Funktion von xx behandeln (sodass jeder yy-Term über die Kettenregel ein dydx\frac{dy}{dx} erhält), anschließend nach dydx\frac{dy}{dx} auflösen.

Beispiel: für x2+y2=25x^2 + y^2 = 25 (ein Kreis):

  1. Beide Seiten ableiten: 2x+2ydydx=02x + 2y \frac{dy}{dx} = 0.
  2. Auflösen: dydx=xy\frac{dy}{dx} = -\frac{x}{y}.

Damit erhält man die Steigung in jedem Punkt des Kreises, ohne y=±25x2y = \pm\sqrt{25 - x^2} zu benötigen.

Die implizite Differentiation ist das Standardwerkzeug für:

  • Tangenten an Kurven, die keine Funktionsgraphen sind.
  • Probleme mit verwandten Änderungsraten (Wasser füllt einen Kegel, eine Leiter rutscht an einer Wand herab).
  • die Ableitung von Umkehrfunktionen (die Herleitung von ddxarcsinx=11x2\frac{d}{dx}\arcsin x = \frac{1}{\sqrt{1-x^2}} verwendet sie).
  • das Lösen von Differentialgleichungen und Kurven konstanter Eigenschaft (Niveaulinien).