Der Satz von Bayes setzt bedingte Wahrscheinlichkeiten zueinander in Beziehung und erlaubt es, die Richtung der Bedingung umzukehren:
Aus der A-priori-Wahrscheinlichkeit (Ihrem Glauben vor der Evidenz) und der Likelihood berechnet man die A-posteriori-Wahrscheinlichkeit — Ihren aktualisierten Glauben, nachdem beobachtet wurde.
Klassisches Beispiel eines medizinischen Tests: Krankheitsprävalenz 1 %, Testsensitivität 99 %, Falsch-positiv-Rate 1 %. Die Wahrscheinlichkeit, krank zu sein, bei einem positiven Test:
Trotz eines zu 99 % genauen Tests bedeutet ein positives Ergebnis nur eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit der Erkrankung — weil die Krankheit selten ist. Der „Basisratenfehler" (das Vergessen der A-priori-Wahrscheinlichkeit) ist der häufigste Bayes-Fehler.
Bayes ist die Grundlage der Bayesschen Inferenz, der Naive-Bayes-Klassifikatoren, von Spamfiltern und forensischem Schließen.